Auf einen Blick

Suche

Kita nach Erweiterung fast schon zu klein

 


Da halfen keine tröstenden Worte und kein Keks. Leonie fühlt sich nicht wohl auf der neuen Rutsche. Keine Probleme hatte Klara mit Bürgermeister Paul Friedrich Beeck und Emma mit Kita-Leiterin Sylvia Klafak. Wesenbergs Bürgermeisgterin Karin Dettke war entspannt kinderlos.


 

Für Anbau und Erweiterung wurden in Hamberge knapp 300 000 Euro investiert, damit 53 Kinder betreut werden können. Doch deren Zahl wird in den kommenden Jahren deutlich steigen

 

von Michael Thormählen

 

Hamberge - Bürgermeister Paul Friedrich Beeck machte auf die kleine Klara offensichtlich einen Vertrauen erweckenden Eindruck, doch bei Leonie half kein noch so gut gemeinter Zuspruch - sie weinte bitterlich. Dabei muss sich Beeck ebenso wie die anderen Hamberger Kommunalpolitiker darauf einstellen, dass die Interessen der jüngsten Bürger die Gemeinde viel Zeit und Geld kosten werden: Sie müssen noch viele weitere Betreuungsplätze bauen.

 

Als gestern die neuen Räume des evangelischen Regenbogenkindergartens offiziell eingeweiht wurden, wies Beeck auf die in den vergangenen Jahren rasant gestiegenen Zahlen hin. Wurden vor sechs Jahren noch 32 Jungen und Mädchen betreut, so stehen jetzt 43 Kita-Plätze zur Verfügung. "Laut Statistik würden für unsere Gemeinde 32 bis 40 Plätze ausreichen", meinte der Bürgermeister. Doch die Realität habe die Fiktion überholt. 2014 müssten 61 Kinder im Alter ab drei Jahren betreut werden, ein Jahr später seien es sogar 69: "Wir werden noch weiter bauen müssen.“ Ähnlich werde die Entwicklung bei der Zahl der Krippenkinder verlaufen.

 

Immerhin wurden jetzt 295 000 Euro investiert, um das Gebäude an der Schulstraße zu erweitern und zu sanieren. Im Erdgeschoss ist ein bereits bisher genutzter Raum für die künftigen Krippenkinder umgestaltet worden. Hier werden von Januar an zehn Jungen

und Mädchen im Alter bis zu drei Jahren betreut. Wenn einer müde ist, kann dem schnell ein kleiner Schlafplatz gerichtet werden. Diese U3-Kinder in der Wichtelgruppe sollen in die Obhut von zwei neuen Mitarbeiterinnen kommen. Alle Kinder sind schon da, ihre künftigen Betreuer sucht Kita-Leiterin Sylvia Klafack allerdings noch. "Falls wir sie nicht schnell finden, haben wir die Genehmigung, zunächst mit einer internen Lösung zu arbeiten" , sagt sie.

 

Zurzeit ist Sylvia Klafack noch mit weiteren sechs Kolleginnen aktiv, die alle Hände voll zu tun haben - sie betreuen die Jungen und Mädchen der beiden Kita-Gruppen mit den Namen "Wolken" und "Sonne". Und die können jetzt einen Gruppenraum sowie ein Bewegungszimmer im Obergeschoss in Beschlag nehmen. Dieser Bereich war bisher ungenutzt. Eltern und Gäste schauten sich in den neuen Räumen um. Der Abschluss des Vorhabens wurde zunächst mit einem von Pastor Erhard Graf geleiteten Gottesdienst in der Hamberger Kirche gefeiert. Daran nahm auch der Propst des Kirchenkreises Plön-Segeberg, Dr. Klaus Kasch teil.

 

Sind Kinder und Erzieherinnen jetzt wunschlos glücklich? Nicht ganz. "Wir könnten noch ein Spielgerät für unser Außengelände gebrauchen", meinte Sylvia Klafack. Dieses Ansinnen wird eventuell auch auf die Tagesordnung kommen. wenn Hamberges Gemeindevertreter die Kita- und Krippensituation beraten. "Wir werden mehr Kinder als bisher geplant haben, weil wir Neubaugebiete ausgewiesen haben. Außerdem gibt es jetzt in vielen Wohngebieten, die in den siebziger Jahren entstanden sind, einen Generationswechsel, weil junge Familien einziehen, meint Beeck.

 

 

Immerhin: Die Grundschule, die zurzeit von 80 Schülern in der Nachbarschaft des Regenbogenkindrgartens besucht wird, biete noch genügend Platz – noch.

 

Auch Kinder aus Ratzbek

 

50 Essen können in der neu gestalteten Küche zubereitet werden. Das Gebäude befindet sich im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde, die Kita in der Trägerschaft des Kirchenkreises. Für die Baukosten von insgesamt 295 000 Euro gab der Kreis Stormarn 140.000 Euro als Zuschuss. 32.000 Euro bezahlt die Gemeinde Wesenberg, weil Kinder aus Ratzbek die Einrichtung besuchen. 133.000 Euro investiert die Gemeinde Hamberge.

aus: „Lübecker Nachrichten“, Regionalausgabe Stormarn, vom 24.11.2012, Seite 12