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Lesermeinung: Neue, zeitgemäße Wege in der Jugendarbeit

 




 

Zum Leserbrief "Kein Platz für Konfirmanden" vom 11. Juli:

 

Selbstverständlich steht es Frau

Böhm frei, wie schon auf der Gemeindeversammlung ihre Meinung zu äußern und ihre Verärgerung zu zeigen. Doch dann sollte der Sachverhalt dabei nicht völlig entstellt werden.

 

Die rechtlich selbstständige Kirchengemeinde Hamberge hat nur 750 Mitglieder, aber alle Aufgaben einer Kirchengemeinde zu erfüllen, die deutlich mehr Mitglieder und Mitarbeiter hat. Das ist die Problematik im Hintergrund. Selbstständig heißt nämlich nicht ein eigener Pastor, sondern den nur anteilig. Damit tun sich seit Jahrzehnten die Hamberger sehr schwer. Ein Pastor hat in der Regel 2500 Gemeindeglieder zu betreuen, diese Schlüsselzahl soll und muss in der Nordkirche bald erhöht werden. Seit 1926 betreut der Klein Wesenberger Pastor Hamberge nur arbeitsanteilig mit. Dabei sind alle Gemeindeangelegenheiten wie Sitzungen, Unterricht immer doppelt durchzuführen und erfordern einen sehr hohen Aufwand an Zeit und Mehrarbeit. Um dennoch eine gute Konfirmanden und Jugendarbeit anzubieten, wird vom Kirchenkreis durch den Jugendpastor Karsten Baden-Rühlmann und der Diakonin Carola Häger-Hoffmann in Klein Wesenberg eine Kompakte Teamerausbildung angeboten. Es werden regelmäßig Konfirmandenprojekte durchgeführt und ab August gibt es ganz neu einen besonderen Jugend-Gottesdienst. In Klein Wesenberg wurde vor über zwanzig Jahren ein sehr großes Gemeindehaus gebaut, um für die beiden Kirchspiele zentrale Angebote unter optimalen Umständen anzubieten. (Mehr dazu im Internet unter: www.ev-jugend-ploen-segeberg.de/de/Grau.php)

 

Bisher wurden gerade von den Jugendlichen auch aus Nachbargemeinden diese neue Jugendarbeit gern angenommen, zumal die Jugendlichen durch die unterschiedlichsten Schulen gewohnt sind, Fahrwege in Kauf zu nehmen. Es geht weder um irgendwelche Räume noch um den Eindruck "in eurer Gemeinde ist kein Platz für Euch". Die Jugend- und Konfirmandenarbeit qeht lediglich neue zeitgemäße Wege, um in schwierigen Zeiten auch in kleinen Kirchengemeinden ein tolles Angebot machen zu können. Dafür sei dem Kirchenkreis und allen haupt- und ehrenamtlichen Jugendmitarbeitern gedankt. Das habe ich ausdrücklich so gesagt, doch da wollte jemand gar nicht auf die Sachebene eingehen, sondern seine vorgefasste Meinung kundtun - ' alles muss so bleiben, wie es immer war'.

 

Selbstverständlich muss ein Pastor nicht 70 oder 80 Wochenstunden arbeiten, sondern er hat sehr wohl das Recht, wie andere auch in seiner wenigen Freizeit, auf der Terrasse zu sitzen.

Pastor Erhard Graf, Klein Wesenberg

aus: „Lübecker Nachrichten“ vom 14.07.2012, Regionalausgabe Stormarn, Seite 10