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Rettung für die alte Kirche

 


Hilde Möller, Klaus-Rainer Martin, Heike Kirschke und Pastor Erhard Graf (von links) setzen sich im Kirchenbauverein zusammen mit weiteren 30 Mitgliedern für ihre Kirche ein. Foto Schlüter

von Frauke Schlüter-Hürdler

 

81 000 Euro Fördergelder von Holsteins Herz / Dachsanierung kann im Sommer beginnen

Klein Wesenberg. Der Beginn der Sanierungsarbeiten am Dach der denkmalgeschützten Kirche rückt in greifbare Nähe. Das ist vor allem dem neu gegründeten Förderverein zur Kirchensanierung, von seinen Mitgliedern einfach nur "Kirchenbauverein" genannt, zu verdanken. Seit seiner Gründung im Dezember zählt der Verein inzwischen über 30 Mitglieder. Und es bekennen sich immer mehr Menschen aus dem Kirchspiel Klein Wesenberg zu ihrer Kirche. Denn, so Pastor Erhard Graf: „Die Kirche ist nicht nur den Klein Wesenbergern wichtig. Sie ist der kulturelle Mittelpunkt unser gesamten Gemeinde."

Erste Schritte haben die engagierten Mitglieder des Bauvereins bereits zur Rettung ihrer Kirche unternommen. 500 Euro Spendengelder konnten bisher gesammelt werden. Weitere Aktionen wie Lesungen, ein Film über die Kirchensanierung, ein Herbstmarkt mit einem Chorkonzert und ein Arbeitseinsatz rund um die Kirche zur Verhinderung weiterer Feuchtigkeitsschäden sind geplant. Die Ehrenamtlichen stellten eine Infomappe zusammen und schrieben über 50 Stiftungen und Organisationen an. „Leider haben wir 21 Absagen bekommen. Drei sind noch im Gespräch", sagt Vorsitzender Klaus-Rainer Martin. Immerhin sagte die Fielmann-Stiftung Fördermittel für die Begrünung des Kirchgartens nach der Sanierung zu. Doch die Klein Wesenberger geben nicht auf. Es gibt deutschlandweit über 8 000 Stiftungen, die sich mit Denkmalschutz befassen. „Da ist noch genug Spielraum", sagt Heike Kirschke vom Bauverein.

Weitere Fördergelder stehen ins Haus. Von Holsteins Herz kam jetzt die Zusage über 81 000 Euro. „Durch diese Fördermittel können die geplanten Arbeiten nun angeschoben werden", schaut Graf optimistisch in die Zukunft und hofft, dass zum Herbst hin das Dach des Chorbereiches, des Giebels und der Sakristei neu gedeckt sein werden. Die Gemeinden Klein Wesenberg und Barnitz werden jeweils 5 000 Euro aus ihrem Haushalt bereit stellen. „Da haben wir eine feste Zusage", freut sich Hilde Möller vom Vereinsvorstand.

Es geht also voran. Das ist auch dringend notwendig, denn immer wieder fallen Schindeln vom Kirchendach, so dass ein Schutzgerüst aufgestellt werden musste. „Es besteht eine konkrete Gefahr. Wir stehen unter Druck, diese abzuwenden", betont auch Architekt Andreas Voßgrag aus Lübeck. 119 000 Euro kann die Kirche aus eigenen Rücklagen aufbringen, 65 000 Euro werden über ein Darlehen beim Kirchenkreis finanziert. „Wir haben die kompletten Baurücklagen für die nächsten zehn Jahre verplant", so der Pastor. Er rechnet mit Gesamtkosten von 500 000 Euro, davon allein 320 000 für die Dachsanierung. Renovierungsarbeiten am Mauerwerk oder im Kircheninneren können erst erfolgen, wenn weitere Fördergelder und Spenden eingehen. Pastor Graf: „Deshalb sind wir auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen." Weitre Infos unter www.kirche-kleinwesenberg.de.

aus: „Stormarner Tageblatt“ vom 12.05.2012