SCHLIESSEN

Auf einen Blick

Suche

Lesermeinung: Kein Platz für Konfirmanden

 




 

Betrifft "Zum Sonntag" von Pastor Erhard Graf vom 8. Juli:

 

Pastor Graf schrieb von einer Frau, die in der Gemeindeversammlung, sagte: "Der Pastor hat doch nur keine Lust zu arbeiten. " Diese Frau bin ich, und ich habe diesen Ausspruch so nicht getan, und er ist aus dem Zusammenhang gerissen.

 

Ich wohnte dieser Gemeindeversammlung bei, da Pastor Graf, der Seelsorger von Hamberge und Klein Wesenberg, den Konfirmandenunterricht von Hamberge nach Klein Wesenberg verlegen möchte, weil der Kindergarten in Hamberge umgebaut werde und somit dort kein Raum mehr zur Verfügung stehe, um Konfirmandenunterricht, Sitzungen oder Seniorentreffs abzuhalten.

 

Ich bat, diesen Entschluss zu überdenken. In Hamberge stehen wahrscheinlich nach Absprache noch andere Räume zur Verfügung , um dort die Konfirmanden zu unterrichten.

 

Pastor Graf hat darauf seine Sichtweise dargelegt, indem er auch ausführlich darüber sprach, dass in absehbarer Zeit Kirchengemeinden zusammengelegt werden, und es für ihn die bequemste Lösung sei, da er sehr viel Arbeit hat, nicht mehr zwischenfahren möchte (zwischen Hamberge und Klein Wesenberg). Außerdem wäre es nicht seine Aufgabe, den Konfirmandenunterricht abzuhalten. Dies könnte durchaus ein Diakon tun, den wir aber nicht haben oder Eltern der Konfirmanden, aber da würde sich ja keiner bereit erklären. Er betonte mehrmals, dass die Arbeit für ihn zur Belastung führe. Da er nicht auf meine Argumente einging, was die Verlegung des Konfirmandenunterrichts betraf, habe ich ihm entgegnet: "Man könnte den Eindruck gewinnen, das Sie keine Lust haben, in der Gemeinde Hamberge tätig zu sein."

 

Herr Pastor Graf bestätigte dies, indem er entgegnete, er würde auch lieber auf der Terrasse sitzen, und seine Aufgabe sei es lediglich das Evangelium in die Welt zu tragen. Es ist schade, dass für Konfirmanden, die ja Teil einer Kirchengemeinde werden, kein Platz in der eigenen Gemeinde ist. Durch dieses Verhalten wird den jungen Menschen signalisiert: "In eurer Gemeinde ist kein Platz für Euch. " Man kann sich nicht auf der einen Seite beschweren, dass keiner sich kirchlich engagiert, und auf der anderen Seite Menschen einfach den Platz in der Gemeinde verweigern.

Sylvia Böhm, Hamberge

aus: „Lübecker Nachrichten“ vom 11.07.2012, Regionalausgabe Stormarn, Seite 11