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Klein Wesenberg bannt Gefahr am Gotteshaus

 



 

 

von Janina Dietrich

 

Kirche erneuert 128 Jahre altes Schieferdach.

Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss.

 

Klein Wesenberg. Mehr als zwei Jahre herrschte rund um die Kirche in Klein Wesenberg Lebensgefahr. Auf dem Weg ins Gotteshaus mussten die Besucher ihren Blick ängstlich nach oben richten, denn vor allem bei Wind konnten vom Dach stürzende Schieferplatten zu tödlichen Geschossen werden. Nun ist die Gefahr endlich gebannt. Die Sanierungsarbeiten des Kirchendaches stehen kurz vor dem Ende. "Es sind nur noch einige Restarbeiten nötig", sagt Pastor Erhard Graf. "Wenn alles wie geplant läuft, wird das Baugerüst noch diesen Monat verschwinden."

 

Auf dem Kirchendach ist jetzt auch wieder eine Kreuzblume aus Sandstein zu bewundern. Sie war mehr als 18 Jahre im Heizungskeller verschwunden. Ein Steinmetz baute sie wieder zusammen und setzte sie nun auf das Kirchendach. Wer möchte, kann sich gegen eine Spende eine Kopie als Dekoration für den eigenen Garten gießen lassen.

 

Das Schieferdach war mehr als 120 Jahre alt gewesen und hätte eigentlich schon 1985 erneuert werden müssen. Durch Witterungseinflüsse hatten sich im Laufe der Zeit die Schindeln gelöst. Die Sanierungsarbeiten kosteten rund 320 000 Euro. Außer dem alten Schieferdach wurden auch die Sandsteingiebel saniert und ein neuer Blitzschutz installiert. 85 000 Euro erhielt die Kirchengemeinde an EU-Fördergeld über die Aktivregion Holsteins Herz, 20 000 Euro kamen an Spenden von Bürgern zusammen. Den Rest finanzierte die Gemeinde über Baurücklagen, Zuschüsse vom Kirchenkreis und der Landeskirche sowie über ein Darlehen. "Ich bin froh, dass die Gefahr beseitigt ist und sich vorher niemand verletzt hat", sagt Graf. Die neuen Schindeln sollen rund 100 Jahre halten.

 

Die Sanierungsarbeiten an der Klein Wesenberger Kirche sind allerdings noch lange nicht beendet. Das Fundament muss noch trockengelegt werden. Zudem müssen die alten Kirchenfenster saniert und mit einer Belüftungsanlage versehen werden. Auch benötigt die Kirche einen neuen Anstrich, die Orgel muss gereinigt und gestimmt werden. Die Kosten dafür schätzt Graf auf insgesamt rund 300 000 Euro. Deshalb ist die Kirchengemeinde auch weiter auf Spenden und Fördergeld angewiesen.

 

Am heutigen Sonnabend soll der bevorstehende Abschluss der Dacharbeiten mit einem Benefizkonzert in der Kirche gefeiert werden. Ab 10 Uhr werden drei Chöre singen. Im Anschluss ist ein gemütliches Beisammensein im Gemeindehaus geplant.

 

aus: Hamburger Abendblatt“, Lokalausgabe Stormarn vom 10.11.2012