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Die Kreuzblume als Krönung


Ein Kran setzt die restaurierte Kreuzblume aus Sandstein auf das Kirchendach (Foto Hürdler)


 

Dacharbeiten an der Backsteinkirche stehen kurz vor dem Ende

Benefizkonzert an diesem Sonnabend

 

von Frauke Schlüterr-Hürdler

 

Klein Wesenberg. Kurz vor Beendigung der Dacharbeiten an der alten Backsteinkirche gab es einen ganz besonderen Moment zu feiern. Die Kreuzblume aus Sandstein wurde mit Hilfe eines Krans wieder auf das Dach gesetzt. "Seit mindestens 20 Jahren war der Dachabschluss nicht mehr auf unserer Kirche zu sehen", weiß Pastor Erhard Graf. Denn, so ist sich der Pastor sicher, durch Wind und Regen wurde der Sandstein, der an vielen Teilen der Kirche verarbeitet wurde, nach und nach abgetragen - so wurde auch die schmucke, einen halben Meter große Dachdekoration Opfer des Verfalls. Nun krönt sie wieder die über 100 Jahre alte Kirche auf dem Hügel.

 

Durch Zufall wurde die zerstörte Kreuzblume im Heizungskeller der Kirche entdeckt und mühevoll durch einen erfahrenen Steinmetz restauriert Dazu mussten kleinste Teile wieder ineinander gefügt werden. "Es gab sogar eine zweite Kreuzblume, die jedoch nicht wieder restauriert werden konnte", erzählt Graf. Diese soll nach Abschluss aller Dacharbeiten aus Beton neu gegossen werden und auch auf dem Kirchendach ihren Platz finden. "Eine Anfertigung aus Sandstein wäre leider viel zu teuer geworden", so der Pastor. Die Gussform der Original-Kreuzblume wird aufgehoben. Jeder, der eine Anfertigung haben möchte, kann sich gegen eine Spende für die Kirchensanierung eine Kreuzblume gießen lassen. Somit wird der erste Bauabschnitt, der das Einrüsten, das Dachdecken, den Blitzschutz und die Sanierung des Sandsteins umfasst, in 14 Tagen beendet sein.

 

Pastor Graf schätzt die Kosten hierfür auf rund 320 000 Euro. 85000 Euro Förderung kam von Holsteins Herz. Es gab ein Darlehen, eine Unterstützung von der Denkmalpflege und einen weiteren Zuschuss der Landeskirche. Rund 100 000 Euro muss die kleine Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln beisteuern. Nicht zu vergessen die Spenden in Höhe von 20 000 Euro, die der eigens gegründete Kirchenbauverein gesammelt hat. Graf: "So konnten wir den ersten Bauabschnitt finanzieren." Doch damit ist es leider noch nicht getan. Weitere Arbeiten an dem historischen Gemäuer im zweiten Bauabschnitt stehen an: Die Trockenlegung des Fundaments, die Außengestaltung, die Fenstersanierung, das Stimmen und Reinigen der Orgel. 'Wir brauchen mindestens noch 240 000 Euro, um die Sanierung endgültig abschließen zu können", sagt der Pastor. Spenden sind also weiterhin willkommen.

 

An diesem Sonnabend um 17 Uhr lädt der Kirchenbauverein zu einem Benefizkonzert mit drei Chören in der Kirche, anschließender Weinpräsentation und gemütlichem Beisammensein im Gemeindehaus Klein Wesenberg ein.

aus: „Stormarner Tageblatt“ vom 08.11.2012